Personalentwicklung Bereich Aftersales BMW AG

Projektdetails
Kompetenzförderung mittels CompAS
Instrumente: Potenzialanalysen, Beratung und gezielte Trainingsempfehlungen
Teilnehmer: Führungskräfte und Service Berater in der BMW Handelsorganisation
Projektziele: Potenzialentwicklung im Aftersales
Besonderheiten: Maßgeschneidertes Produkt zur Personalentwicklung
Potenzial im Aftersales ausschöpfen

Technisches Wissen, Verkaufsgeschick und vieles mehr braucht ein Service Berater, um im Aftersales Geschäfte zu generieren. Dass man diese Fähigkeiten systematisch verbessern kann, beweist BMW: mit dem Programm Competence Management Aftersales - CompAS.

"Unser wichtigster Erfolgsfaktor sind die Mitarbeiter", sagt Alexander Säring, Leiter Aftersales Prozesse und Qualität bei der BMW AG in München. Wie stark ihre Qualifikation den Ertrag beeinflusst, weiß er aus zahlreichen Gesprächen mit Vertriebsprofis. Dreh- und Angelpunkt im Aftersales sind die Service Berater. Sie nehmen BMW Fahrzeuge zur Inspektion oder zur Reparatur entgegen und können bei dieser Gelegenheit neues Zubehör, Pflegemaßnahmen oder andere Zusatzleistungen verkaufen. Doch ihrer Ausbildung und Denkweise nach sind die meisten Service Berater mehr Techniker als Verkäufer. Wie man im Gespräch Anknüpfungspunkte für neue Angebote auslotet, wie man Geschäfte sicher abschließt oder auch schwierige Kunden zufriedenstellt, wissen nicht alle gleichermaßen.



Um zu gewährleisten, dass alle Service Berater ihr Potenzial ausschöpfen, hat BMW im Jahr 2007 das Competence Management Aftersales eingeführt: ein maßgeschneidertes Verfahren, gemeinsam mit dem Münchner geva-institut entwickelt und durchgeführt. Rund 70 Betriebsstätten haben bis Ende 2008 daran teilgenommen. "Die Rückmeldungen zur Pilotphase waren durchweg positiv", berichtet Alexander Säring. Zum Beispiel beim Autohaus Rösch und Maurer in Ansbach, wo das Projekt im Herbst 2007 an den Start ging. "Über CompAS können unsere Mitarbeiter ihre eigenen Leistungen, aber auch die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit verbessern", so die Erfahrung von Geschäftsführer Fred Feuchtmaier.

Verkaufsfähigkeiten messbar gemacht

Für die Aftersales-Führungskräfte und Service Berater in der BMW Handelsorganisation beginnt CompAS mit einer Einführungsveranstaltung im Autohaus, in der allen Beteiligten das Programm vorgestellt wird. Über eine gesicherte Online-Plattform absolvieren Führungskräfte und Service Berater im ersten Schritt eine Kompetenzeinschätzung, basierend auf funktionsspezifischen Anforderungskriterien. Eine speziell entwickelte Potenzialanalyse wird im zweiten Schritt ebenfalls als online-basiertes Testverfahren bearbeitet. Hier werden systematisch soziale, persönliche und methodische Schlüsselkompetenzen erfragt, die den Anforderungen der Funktionsträger im Bereich Aftersales entsprechen.

Die Ergebnisse der Online-Tests bilden neben detaillierten Informationen über den Leistungsgrad des Handelsbetriebs und des einzelnen Mitarbeiters die Grundlage für ausführliche Interviews mit den Service Beratern und Führungskräften im Aftersales. Die Interviews werden vom Beraterteam des geva-instituts durchgeführt. Themen des etwa zweistündigen Interviews sind zum Beispiel die Qualitäts- und Kundenorientierung, der Umgang mit Konflikten oder die Fähigkeit, Verkaufschancen zu erkennen und zu nutzen. Aber auch die Einschätzung der eigenen Situation, die Arbeitszufriedenheit, das Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen und speziell das Führungsverhalten analysieren die Berater. Neben der Diagnostik des aktuellen Status werden vor allem Entwicklungsziele im Verhalten, aber auch die Verbesserung einzelner Leistungskennziffern vereinbart.

Dass auch die Führungskräfte, Inhaber und Geschäftsführer der BMW Handelsbetriebe in das CompAS-Verfahren einbezogen werden, ist übrigens ein Kernelement des Programms. „Neben dem Können und der Motivation der Service Berater müssen die Rahmenbedingungen stimmen, zum Beispiel das Zusammenspiel zwischen Service Beratung, Werkstatt und Teilevertrieb“, erklärt Britta Grebe-Bruns, Geschäftsführerin im geva-institut. Das Programm berücksichtigt auch das unterschiedliche Umfeld in den Autohäusern, denn Handelsunternehmen mit mehreren Betriebsstätten stehen vor anderen Herausforderungen an Führung und Organisation als kleinere Händler.

Maßgeschneiderte Empfehlungen

Direkt nach der diagnostischen Phase erhalten alle Beteiligten Gelegenheit zu einem ausführlichen Ergebnisgespräch und eine begründete Empfehlung, in welchen Punkten sie sich verbessern sollten und welche Maßnahmen dazu geeignet sind. Basis ist ein detailliertes, mehrseitiges Gutachten, das im Vergleich mit dem Sollprofil Stärken und Entwicklungspotenziale aufzeigt. Neben den Ergebnissen der Online-Tests und der Interviews fließen auch Kennziffern, Ergebnisse von Testkäufen, der persönliche Eindruck im Autohaus und bereits absolvierte Trainings in die Gesamtbewertung ein. "Wir sind immer wieder erstaunt, wie genau die Gutachten den Stand der Mitarbeiter treffen", meint Klaus Schmidt, Vertriebsleiter Aftersales der BMW Region Deutschland Süd-West, der das Projekt mit aufgesetzt hat. Die Berater empfehlen aus dem Trainingskatalog von BMW passende Schulungen oder Coachings. Mithilfe von CompAS können die aufwändigen Maßnahmen noch genauer an den Bedarf angepasst werden. Oft empfehlen die Berater aber auch einfache, effiziente Verhaltensänderungen bei einzelnen Mitarbeitern oder in einem ganzen Bereich. Im Fokus steht insbesondere eine Beratung der verantwortlichen Führungskräfte. "Die Investition in CompAS können wir schon durch den gezielteren Einsatz von Maßnahmen teilweise refinanzieren", rechnet Alexander Säring. "Vor allem aber werden sich die Kundenzufriedenheit und Kundentreue verbessern, sodass wir im Endeffekt mehr verkaufen können."

Nachhaltige Erfolge sichern

Ein zentraler Punkt bei CompAS: Das Programm endet nicht nach wenigen Tagen, sondern wird fest im Autohaus verankert. Nach dem ersten Durchlauf nehmen die Berater des geva-instituts mehrmals telefonisch Kontakt mit dem Händler auf, um nach dem Stand der Umsetzung zu fragen. Etwa ein halbes Jahr nach dem Beratungsgespräch besuchen sie den Händler erneut, um Entwicklungen im Kompetenzprofil der Mitarbeiter durchzusprechen. „Diese Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von CompAS“, betont Britta Grebe-Bruns. Gleichzeitig erhalten die Führungskräfte Tipps, wie sie ihre Mitarbeiter zukünftig fördern können. Die BMW Außendienstorganisation begleitet CompAS in allen Phasen und ist in die Realisierung und Begleitung der Maßnahmenumsetzung auch praktisch involviert. So ist CompAS ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung der Handelsbetriebe von BMW. Angestrebt wird ein jährliches Refreshing der Kompetenzerhebung mit anschließender Maßnahmenableitung.

Im Autohaus Rösch und Maurer wurden die Empfehlungen schon umgesetzt. "Ein Trainer hat ein neues System bei der Terminvergabe eingeführt, mit dem wir deutlich effizienter arbeiten", berichtet Geschäftsführer Fred Feuchtmaier. Über eine Schulung aus dem BMW-Programm lernten die Mitarbeiter außerdem, technische Sachverhalte noch kundengerechter darzustellen. Durch CompAS erfuhr Feuchtmaier auch, dass sich die Service Berater mehr Gespräche mit der Geschäftsführung wünschten. "Seitdem nehme ich öfter an Besprechungen im Aftersales teil, Werbeaktionen und andere Projekte planen wir nun gemeinsam", berichtet Feuchtmaier. "Ein Programm wie CompAS würde ich jedem Autohaus empfehlen."

Quelle: geva-magazin Ausgabe 8.

 

Projektleitung geva-institut

Britta Grebe-Bruns
Geschäftsführung
Tel.:089 2732110
E-Mail

Unternehmensporträt

BMW AG
Mit ihren drei Marken BMW, MINI und Rolls-Royce Motor Cars setzt die BMW Group gezielt auf ausgewählte Premium-Segmente der internationalen Automobilmärkte - und nutzt damit die Stärken des Unternehmens mit einer Konsequenz, die in der Branche einmalig ist. Die strategische Zielsetzung ist klar definiert: Die BMW Group ist der führende Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität.
www.bmw.com

CompAS

Kompetenzförderung in drei Phasen

Potenzialanalysen, Beratung und gezielte Trainingsempfehlungen für Führungskräfte und Service Berater in der BMW Handelsorganisation


VORBEREITUNG

  • Vorauswahl der teilnehmenden Händler, Vorgespräche
  • Information der Berater über das Autohaus (Personal, Kennziffern, durchgeführte Schulungen, Ergebnisse von Testkäufen u. a.)
  • Einführungsveranstaltung im Autohaus


DURCHFÜHRUNG

  • Online-Erhebungen zur Kompetenz und zum Potenzial der Service Berater, Serviceleiter, Werkstattleiter, Teilvertriebsleiter und Aftersales-Leiter
  • zweistündige Interviews
  • Feedback-Gespräche anhand eines mehrseitigen Gutachtens
  • Maßnahmenpläne für Mitarbeiter, Führungskräfte und die Geschäftsführung des Autohauses


NACHHALTIGKEIT

  • Umsetzung der empfohlenen Trainings / Maßnahmen
  • drei Nachhaltigkeitsgespräche im folgenden Jahr und intensive Begleitung durch die BMW Außendienstorganisation
  • bei Bedarf: Wiederholung des Programms
Produkte und Leistungen
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